Die Wanderung der Gnus und Zebras

An diesem Tag wurden wir Zeugen der Wanderung der Gnus und Zebras. Sobald in einer Region der Regen geringer wird und die Kräuter und Gräser aufgefressen sind, ziehen sie alle weiter: über eine Million Gnus und mehrere hundert Tausend Zebras. Wir standen am Rand eines der vielen Pfade, die sie dazu nehmen.
Ich erinnere mich an 1993: Von fern sieht das aus wie ein loses, feines Netzwerk dunkler Linien. Vielleicht etwas Vegetation entlang trockener Bäche? Beim Näherkommen lösen sich die Linien auf in dicht auf dicht folgende Knötchen. Alle Knötchen bewegen sich in die selbe Richtung. Es erinnert an eine Blutzirkulation unter dem Mikroskop. Erst wenn man noch näher ist, erkennt man die Gnus, wie sie stoisch im Gänsemarsch von einem Horizont zum anderen wandern, der Nase und der Erinnerung nach.
Diesmal waren wir einer dieser Linien ganz nah. Die Gnus werden begleitet von Zebras. Während die Zebras gemächlich und aufmerksam wanderten und auch noch etwas mit Werbeverhalten beschäftigt waren, sprangen die Gnus schon von weit her und verlangsamten erst, als sie im Wald hinter uns angekommen waren. Vielleicht freuten sie sich auf den Schatten, oder den See hinter dem Wald?
Noch heute bin ich sehr ergriffen, wenn ich von diesem Erlebnis erzähle.

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