Zwischen Mitte Mai und Ende Juni ist im Schweizer Mittelland die Hauptblütezeit der Orchideen. Besonders auf seit alters ungedüngten und nur mässig mit Schafen bewirtschafteten Weiden und schütteren Föhrenwäldern auf  mageren Kalkböden fühlen sie sich wohl. Solche Biotope haben sich vor allem an Jurasüdhängen und im Kanton Schaffhausen bis heute halten können. Viele stehen unter privatem oder öffentlichem Naturschutz. Es sind gleichzeitig auch wichtige Refugien für viele andere seltene Pflanzen, Insekten, Spinnentiere und Reptilien. 
 

 

 

 

Abbildung 1 :  Direkt auf der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland, wenig östlich des nördlichsten Punktes der Schweiz, liegt auf deutscher Seite Neuhaus. Die Nebenstrasse, die den Weiler Richtung Süden verlässt , führt direkt auf die Schweizer Grenze und das Schutzgebiet Tannbühl zu. Schon nach wenigen Metern ist rechts die Wiese ausgemäht, damit wir das Auto parkieren können. Trassierbänder führen uns zum Schutzgebiet und signalisieren die Gebiete, die wir nicht betreten dürfen. Tragen Sie lange Hosen, denn in dieser Jahreszeit gibt es viele Insekten hier.

 

Abbildung 2 :  Man ist kaum alleine hier. Wenn man die Bestände sieht, dann ist das auch nicht weiter verwunderlich. Man zählt und zählt und fragt sich, ob man im Leben zusammengezählt schon so viele Frauenschuhe gesehen hat.

 

 

Abbildung 3 :  Die Frauenschuhe stehen in einem mageren, lichten Wald. Am häufigsten sind Föhren, aber auch vier verschiedene Vogelbeerarten gedeihen hier.

 

Abbildung 4 :  Der Schuh ist zwar eine Falle, aber nicht zum Verzehr der Beute. Die Insekten werden so gezwungen, sich zuerst an der Narbe (unten an der Rückseite der punktieren Platte) vorbeizudrängen und ggf. den mitgebrachten Pollen abzustreifen. Dann führt der Weg zum Ausgang wieder eng an den Pollenspendern vorbei. Selbstbestäubung ist somit ausgeschlossen (ausser das Insekt fällt wieder in den selben Schuh).

 

Abbildung 5 :  Diese taufrische Hummelragwurz ist eine Pracht.  Diese und auch die anderen Ragwurzarten locken nicht mit süssem Nektar, sondern verführen bestimmte Insektenmännchen mit sexuellen Reizen

 

 

 

Abbildung 6 :  Die Blüte leidet zwar unter den Koppulationsversuchen, aber von den beiden ist nur sie es, die zum Ziel kommt.

 

 

Abbildung 7 :  Die rosafarbenen Blütenblätter sind oft auch weiss. Vor allem das vorstehende grüne Körperchen unten an der Lippe deutet immer auf die Hummelragwurz.  Die Blüte misst kaum 3 cm; aber sie lohnt es doch, sich vor ihr zu verneigen und sie genau anzuschauen.

 

 

Abbildung 8 :  Die Fliegenragwurz tritt etwas bescheidener auf, ist aber für Pflanzenfreunde genauso aufregend. 

 

 

Abbildung 9 : Das Helmknabenkraut ist eine der eindrucksvollsten Arten der Gattung.  

 

Abbildung 10 :  Die Einzelblüte aus der Nähe zeigt den Helm über dem Männchen.

 

 

Abbildung 11 :  Das Schwertblättrige Waldvögelein kann unter optimalen Bedingungen schöne Bestände bilden.

 

Abbildung 12:  Die Blüten öffnen sich nicht weit, denn auch hier sollen nur bestimmte Insekten Zutritt erhalten und eng an den Bestäubungsorganen vorbeigeführt werden.

 

Abbildung 13 :  Das Rote Waldvögelein ist eine eigene Art. Seine Blüten öffnen sich noch weniger.   

 

 

Abbildung 14:  Die Nestwurz-Orchidee versteht sich so gut mit ihrem Wurzelpilz, dass sie auf die Assimilation und somit auf das Blattgrün und Blätter verzichten kann.

 

Abbildung 15 :  Die Waldhyazinthe ist ebenfalls eine Orchidee und gedeiht wie die Nestwurz auch in den Stadtwäldern um Zürich.

 

 

Abbildung 16 :  Die Pyramidenorchis ist leuchtend pink gefärbt. Dort wo sie vorkommt, bildet sie meist schöne Bestände.

 

 

 

Abbildung 17 :  Bitte nicht pflücken. Jede Blüte ist wichtig für die Erhaltung der Art.   

 

Abbildung 18:  Im Schutzgebiet Tannbühl sind auch viele bemerkenswerte Nicht-Orchideen zu finden. Das Management des Schutzgebietes zeichnet sie mit Täfelchen aus, denn sowohl die ganz Kleinen wie die ganz Grossen können in der Vielfalt übersehen werden. 

 

Abbildung 19 :  Die einheimische Berberitze sieht ihren Verwandten aus Chile, die wir oft als Lebhag um unsere Gärten pflanzen, erstaunlich ähnlich.

 

Abbildung 20 :  Der Akelei im Mittelland ist purpurfarben, im Gegensatz zum Alpenakelei, der blau blüht.

 

 

Abbildung 21:  Der Klappertopf ist eine Zeigerpflanze für nährstoffarme Wiesen. Solche Wiesen haben das Potential zu Orchideenwiesen. Wo der Klappertopf vorkommt, aber keine Orchideen, können in Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen Massnahmen erarbeitet werden, um die Orchideen  und weiteren Magerspezialisten zu fördern.

 

 

Abbildung 22: Die Kreuzblume hat zwar eine orchideenähnliche Blüte, ist aber überhaupt nicht mit Orchideen verwandt. 

 

 

Abbildung 23 :  Das Dunkelrosa des Blutstorchschnabels harmoniert hübsch mit dem Rosa der Mückenhandwurz-Orchidee. 

 

 

Abbildung 24 :  Der Blutstorchschnabel aus der Nähe. 

 

 

Abbildung 25 :  Der Westliche Scheckenfalter ist abhängig von Magerwiesen.

 

 

Abbildung 26 :  Ein Bläuling, vielleicht der Himmelblaue (Lysandra bellargus). 

 

 

Abbildung 27 :  Dieser Schwalbenschwanz ist etwas untypisch blass. Er kann in der ganzen Schweiz angetroffen werden. Wie letztes Jahr ist auch jetzt wieder eine Raupe in meinem Garten an der Weinraute (siehe Seite Tiere im Garten).

 

Abbildung 28 :  Das verschiedene Fleckenmuster dieser Blutströpfchen irritiert mich bei der Bestimmung. Wer weiss Genaueres? 

 

 

  

Abbildung 29 :  Nochmals der Himmelblaue Bläuling. Wenn Insekten die nächste Generation zeugen, sind sie meist an der Flucht behindert und leichter zu fotografieren.  

 

 

 

 

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